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Die Regeln zur Beschreibung und Gestaltung von Wappen, ihre Herkunft und Bedeutung werden in der historischen Hilfswissenschaft der Heraldik (Wappenkunde) beschrieben.

 

Wappen der Familien Stirnimann und Stirnemann

 In der Schweiz ist das Familienwappenwesen nicht durch eine spezielle Gesetzgebung geregelt. Grundsätzlich darf jedermann ohne eine Eintragungspflicht in einem öffentlichen Register ein Wappen führen. Es ist auch erlaubt, ein neues Familienwappen zu begründen. Allerdings dürfen bestehende Wappen im Sinne des Persönlichkeitsrechts gemäss Art.  28 und 29 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) nicht übernommen werden.

Es ist heute üblich, dass die Staatsarchive eine Wappenregistratur ihrer Kantonsbürgerinnen und -bürger führen.

 


 

Stirnimann von Ruswil, Neuenkirch, Nottwil und Omsthal/LU

 

Familienwappen der StirnimannFamilienwappen der Stirnimann

 In Rot auf grünem Dreiberg silberne Hausmarke, beseitet von je einem goldenen Stern.

 

Die älteste bis jetzt bekannte Darstellung dieses Wappens findet sich auf dem Siegel des Auskaufsbriefes, den Sebastian und Hans Stirnimann, Besitzer der Höfe Etzenerlen und Roth in Ruswil, ihrem Bruder Peter, der unter dem Namen Jost (Jodok) in die Benediktinerabtei Muri eintrat, am 20.3.1673 ausstellten.

Statt von den zwei Sternen ist jedoch die Hausmarke des Siegels von den Initialen I und S beseitet und von einem Stern überhöht. Es kann als sicher gelten, dass die Brüder Sebastian und Hans das Siegel ihres Vaters Jakob Stirnimann (1598-1670) benutzten.

Das auf zwei Wappenscheiben der Abtei Muri überlieferte Wappen des Konventualen Jost Stirnimann zeigt in Blau über einem grünem Dreiberg die zu einem Z (ohne Querstrich) abgeänderte silberne Hausmarke, die von je einem goldenen Stern beseitet und überhöht ist. Die folgenden Generationen in Ruswil führten die ursprüngliche Hausmarke in verschiedenen Varianten auf rotem Grund, bald von je einem Stern beseitet, bald von vier Sternen umgeben (bei letzterer Variante ohne Dreiberg).

Erhalten sind die Siegel des Amtsweibels Peter Stirnimann (1660-1709): die Hausmarke ist beseitet von je einem Stern, darüber die Initialen P ST. Desselben Siegels bediente sich sein Sohn, der Amtsweibel Jakob Stirnimann (1683-1754).

Link: Weitere Wappen der Familien Stirnimann finden Sie unter Staatsarchiv Luzern.

Unter Hausmarke versteht man durch Zusammensetzung von Strichen gebildete geometrische Figuren, die vor allem von Bauern und Handwerkern zur Kennzeichnung ihres Eigentums an Haustüren und Fassaden, auf den verschiedensten Geräten, dem Vieh, an Marksteinen und Grenzpfählen, Kirchenstühlen, Grabsteinen usw. eingeschnitten, eingekerbt, eingeritzt oder eingebrannt wurden. Die Hausmarken leiten sich her von den ältesten germanischen Schriftzeichen (Runen) und sind seit über tausend Jahren im ganzen deutschen Sprachgebiet bekannt. Durch ihre Verwendung als Schildfiguren wurden die Hausmarken früh zu Familienwappen. Siehe auch Wikipedia.

Dieses seit mehr als dreihundert Jahren vielfach bezeugte Wappen sollte den Namensträgern vorbehalten sein, die aus der Roth und von Etzenerlen in Ruswil stammen. Für die einzelnen Stämme und Zweige könnten unterscheidende Varianten festgelegt werden.

 


 

 

Stirnimann von Knutwil (und Amt Willisau?) 

 

Familienwappen der Stirnimann von KnutwilFamilienwappen der Stirnimann von Knutwil In Blau eine goldene Kugel, überhöht von drei goldenen Sternen

 

Dieses schmucke Wappen begegnet erstmals unter den Medaillons, die das Vorzeichen der Stiftskirche St. Michael in Beromünster schmücken und die Gräber der hier bestatteten Chorherren bezeichnen. Unser Medaillon befindet sich an der Wand links des Hauptportals. Wie aus seiner Umschrift ersichtlich ist, handelt es sich um das Wappen des Chorherrn und Kustos Joseph Anton Stirnimann (1804 - 1883). Dieser stammte aus Knutwil und war Pfarrer in Romoos.

Nicht geklärt ist die Frage, ob die Stirnimann von Knutwil, die seit dem beginnenden 17. Jahrhundert dort sesshaft sind, dieses Wappen schon früher führten, oder ob es sich um eine Neuschöpfung handelt. Es läge nahe, dass nebst den Stirnimann von Knutwil auch die Namensträger aus dem Amt Willisau (mit Ausnahme der Stirnimann von Ohmstal) dieses Wappen übernähmen.

 


 

Stirnimann von Gränichen Kt. Aargau

 

Familienwappen der StirnemannFamilienwappen der Stirnemann

In Blau auf grünem Dreiberg eine von je einem goldenen Stern beseitete silberne Pflugschar.

 

Dieses Wappen ist das Familienzeichen der Stirnemann von Gränichen. Das Geschlecht, heute das zahlreichste der Gemeinde, ist daselbst im Jahre 1561 erstmals urkundlich bezeugt. Das in diesem Jahr beginnende reformierte Taufbuch verzeichnet am 16. Februar 1561 die Taufe des Hans Stirnemann, des angeblich einzigen Sohnes des Bauern Hans Stirnemann und seiner Frau Anna. Letzterer dürfte der Stammvater des Gränicher Geschlechts sein. Beim hier abgebildeten Wappen dürfte es sich um das Siegel des Hans Stirnemann (1619-1695, geb. 1642 Verena Kaufmann), Bauer in Gränichen, handeln, der das Amt des Gerichtsweibels bekleidete. — Die Pflugschar ist wie die Hausmarke eine typisch bäuerliche Wappenfigur.

Dr. theol. Joseph Stirnimann (1915 - 2004)